Log-Buch für die Selbstverwaltung

Steuern und Verein: Einführung
Mit Steuern generell und auch mit Steuern im Verein setzen sich viele Menschen nicht gerne auseinander. Doch für Vereinsvorsitzende ist es essentiell notwendig, die Grundlagen der Besteuerung eines Vereins zu kennen. In dieser Artikelserie möchte ich Ihnen nahebringen, wie gemeinnützige Vereine im deutschen Steuerrecht behandelt werden. Zunächst beschreibe ich die wichtigsten Grundlagen.
 
Vier Sphären
Das Steuerrecht behandelt für gemeinnützige Körperschaften vier sogenannte Sphären. Sphären sind unterschiedliche Bereiche, welche auch verschiedenartig besteuert werden. Der Verein muss dafür seine Erträge und Ausgaben differenzieren.
 
Welche Sphären es gibt, wie sie besteuert werden und welche Posten eigentlich in diese Sphären gehören, wird in den folgenden Abschnitten beschrieben. In den Gesetze zur Abgabeordnung können diese Informationen in den Paragrafen §§51 bis 68 nachgelesen werden
 
Ideeller Bereich
Im ideellen Bereich befinden sich Posten wie beispielsweise Spenden, Zuschüsse oder die Mitgliedsbeträge. Diese sind grundsätzlich umsatzsteuerfrei, da dies Einnahmen aus nichtunternehmerischer Tätigkeit ist.
 
Vermögensverwaltung
Der Bereich der Vermögensverwaltung ist einer von drei unternehmerischen Bereichen einer gemeinnützigen Körperschaft. Diese Sphäre umfasst Zinsen oder beispielsweise langfristige Vermietungen von Grundbesitz. In der Regel werden diese Vermögensverwaltungen steuerfrei behandelt. Jedoch gibt es Ausnahmen, die mit 7% Umsatzsteuer besteuert werden.
 
Zweckbetrieb
Gewöhnlich werden Positionen in dieser Sphäre mit einem Umsatzsteuersatz von 7% bewertet. Falls nicht, sind diese Positionen steuerfrei. Posten, die in den Bereich des Zweckbetriebes gehören, sind beispielsweise die Einnahmen oder Ausgaben für eine sportliche Veranstaltung. Des Weiteren zählen zu diesen Posten genehmigte Lotterien und Ausspielungen.
 
Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
Positionen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes werden in vollem Umfang mit der Umsatzsteuer besteuert. Diese Posten sind beispielsweise die Bewirtung, Werbeeinnahmen oder Vereinsfeste.
Schema gemeinnütziger Verein (allgemein) die 4-Teilung
– Ideelle Arbeit
– Vermögensverwaltung
– Zweckbetrieb
– Wirtschaftsbetrieb
Ideeller Bereich
Einnahmen
- Mitgliedsbeiträge und Aufnahmegebühren, dessen Höhe in der Satzung festgelegt werden muss
- Umlagen
– Spenden
– Zuschüsse von Verbänden oder sonstige Zuschüsse, welche jedoch nur für den ideellen Zweck bestimmt sind
– Sonstige Einnahmen, wie beispielsweise Schenkungen oder Spenden
 
Ausgaben
-Kosten für die Mitgliederverwaltung, wie beispielsweise Büromaterial, Porto, Telefon, usw.
- Verbandsabgaben und sonstige Beiträge
– Anteilige Raumgebühren und Personalkosten
– Mitgliederpflege, wie beispielsweise Vereinsmitteilungen, Geschenke, Ehrungen, Jubiläen, usw.
– Lehr- und Jugendarbeit
– Sonstige Kosten des ideellen Bereichs
 
Besonders wichtig ist noch zu erwähnen, dass jegliche Leistungen oder Ausgaben auf freiwilliger Basis geschehen. Es findet kein Leistungsaustausch statt
Vermögensverwaltung
Die nächste Unterteilung im Finanzbereich des Vereinswesens ist die Vermögensverwaltung. Eine Vermögensverwaltung liegt dann vor, wenn das Vermögen des Vereins eingesetzt wird, um mit diesem Vermögen Einnahmen für den Verein zu erzielen.
 
Einnahmen in der Vermögensverwaltung können sein:
– Vermietung oder Verpachtung des Vereinsheimes
– Zinseinnahmen aus Festgeldern
– Sonstige Erträge, wie beispielsweise Erträge aus Wertpapieren
 
Ausgaben sind:
Diese Vermögensveraltungspositionen werden grundsätzlich mit 7% Umsatzsteuer bewertet. Es fällt keine Körperschaftssteuer sowie Gewerbesteuer an.
Zweckbetrieb
Vereine bieten nicht nur ihren Mitgliedern an, aktiv Sport zu treiben. Veranstaltungen werden organisiert, um beispielsweise Wettkämpfe auszurichten. Oft wird auch eine Verlosung durchgeführt. Solche Aktivitäten können im besten Fall Einnahmen generieren, jedoch auch Ausgaben.
Kulturelle Veranstaltungen und der steuerbegünstigte Zweckbetrieb
Das Steuergesetz unterscheidet zwischen kulturellen und sportlichen Veranstaltungen. Eine Verlosung gehört beispielsweise zu einer kulturellen Veranstaltung. Auf der Ausgabenseite befinden sich dann die Kosten für die Verlosung und generelle Ausgaben für diese Veranstaltung, wie beispielsweise Mietkosten.
 
Auf der Einnahmenseite befinden sich die Einnahmen aus dem Eintritt der Veranstaltung sowie aus der Verlosung. Auf der Einnahmenseite werden keine Körperschaftssteuer sowie Gewerbesteuer erhoben. Lediglich die Umsatzsteuer von 7% wird eingezogen, solange die Einnahmen unter 35.000 € inklusive Umsatzsteuer im Jahr liegen.
Sportliche Veranstaltungen und der steuerbegünstigte Zweckbetrieb
Die folgenden Ausgaben unterliegen dem steuerbegünstigten Zweckbetrieb: 
– Kosten der Sportanlage
– Kosten der Sportveranstaltung
– Betriebskosten für Fahrzeuge und Transportmittel
– Generelle Kosten des Sportbetrieb
 
Auf der Einnahmenseite gelten folgende Punkte zu dem steuerbegünstigtem Zweckbetrieb, soweit die Einnahmen nicht 35.000€ einschließlich Umsatzsteuer überschreiten:
- Einnahmen des Sportbetriebes
- Eintrittsgelder, Teilnehmergebühren, etc
- Einnahmen aus Leistung gegenüber Mitgliedern und Nichtmitgliedern
- Zuschüsse für den Zweckbetrieb
- Auch hier wird lediglich die Umsatzsteuer von 7% eingezogen.
Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb im Vereinswesen ist der Bereich, in dem die meisten Steuern abgezogen werden. In diesen Bereich gehören Veranstaltungen und der sonstige wirtschaftliche Geschäftsbetrieb sowie die Vereinsgaststätte.
 
Die Einnahmen in diesem Bereich werden mit der Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer
(19 %) verrechnet, jedoch nur dann, wenn die Bruttoeinnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb über 35.000 Euro liegen. Die Körperschaftssteuer wird eingezogen, wenn der mit bis zu 3.835 Euro bezifferte Freibetrag überschritten wird.
 
Einnahmen in diesem Bereich sind Erlöse aus dem Gaststättenbetrieb (Umsatzerlöse, Speisen, Getränke, etc.) sowie Einnahmen aus der der Sportler-, Mitglieder- und Nicht-Mitglieder-Bewirtung.
 
Ausgaben in diesem Bereich sind Personalkosten, Verwaltungskosten, Anteilige Raumkosten sowie Steuern, Versicherungen und sonstige Beiträge. Des Weiteren zählt in diese Ausgabenseite der Einkauf der Waren.
 
Veranstaltungen und der sonstige wirtschaftliche Geschäftsbetrieb
In diesen Bereich fallen beispielsweise Einnahmen aus Musikveranstaltungen mit bezahlten Musikern oder auch Werbeeinnahmen.
Sollte die Zweckbetriebsgrenze von 36.678 Euro überschritten werden, fallen in diesen Bereich auch die Einnahmen aus Musikveranstaltungen.
 
Ausgaben in diesem Bereich können beispielsweise Personalkosten sein. Außerdem wird auch der Wareneinkauf in diesen Bereich klassifiziert. Weitere Positionen können Werbekosten sowie sonstige Ausgaben aus dem wirtschaftlichen Betrieb sein.
Schema Schoko e.V. Aktivitäten
Förderung Jugendkultur / Sport
– Projektarbeit
– Öffentlichkeitsarbeit
 
Anmietung Schoko für:
– eigene Veranstaltung (Kultur)
– Eigene Nutzung (Skater)
– Untervermietung an externe Nutzer
 
Cafebetrieb und Bewirtschaftung von Veranstaltung (eigene und fremde)
Schema Schoko e.V. Einnahmequellen und Geldflüsse
– Mitgliedsbeiträge
- Projektförderungen
– Spenden
– Schenkungen
– Nutzungsbeiträge
– Eintritte
– Untervermietungen
– Einnahmen
– Getränke / Essensverkauf
Schema Schoko e.V. Eigenleistungen (Ist-Zustand)
Ehrenamtliches Engagement
– Vorstand
– Mitglieder
 
Als Ehrenamtspauschale auszahlbar 720 € p.a.
 
Ehrenamtliches Engagement
 
– freiwillige Dienste
– keine Ehrenamtspauschale
- bei Bezahlung von Lohn: muss normal versteuert werden
 
Als Ehrenamtspauschale quittierbar bis 720 € p.a.
Schema Schoko e.V. honorierte (bezahlte) Arbeit (Zukunftsvision)
Projektarbeit (öffentlich gefördert)
– Personalkoaten
– Sachkosten
 
Geschäftsführung / Organisation
Hausmeister
BUFDI-Stellen
 
Mitarbeiter nach Bedarf
Schoko e.V. Fixe Kosten z.Z. (gerundet)
Miete für EG an Stadt Bayreuth
Mietnebenkosten an Stadt Bayreuth
 
Verbrauchsabhängige Energie an BEW
Versicherungen
Instandhaltungen
250 € p.m.
500 € p.m.
 
250 € p.m.
 
 
3.000 € p.a.
6.000 € p.a.
 
3.000 € p.a.
2.000 € p.a.
3.000 € p.a.
Gesamt
17.000 € p.a.
Schoko e.V. Steuerliche Einstufung
Ideelle Arbeit
Projektarbeit “Mikroprojekte”
Öffentlich geförderte Projekte
 
Sonstige bei mehr als 17.500 € Jahresumsatz
 
Zweckbetrieb
Bei mehr als 17.500 € Jahresumsatz
 
Wirtschaftsbetrieb
von Anfang an
0 %
0 %
0 %
 
7 %
 
 
7 %
 
 
19 %

 

Kleinunternehmer
Ein Kleinunternehmer braucht keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.
Der Verein ist jeweils für ein Jahr Kleinunternehmer, wenn
Der Bruttoumsatz des Vorjahres 17.500 € nicht überschritten hat und
Der Bruttoumsatz des laufenden Jahres voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigen wird.
Schoko e.V. Arbeitsgruppen
Ideelle Arbeit
 
AG
– Öffentlichkeitsarbeit
– Internetauftritt
– Vertretung in Gremien
 
AG
– inhaltliche Projekte
– Kooperationen generell
– Beteiligungen an Netzwerken
 
 
Zweckbetriebe
 
AG
– Organisation kultureller Veranstaltungen
– Jugendpolitische Diskussionen
– Gestaltung Jahresprogramm
 
AG
– Organisation Sportliche Veranstaltungen
– Skater / Spielplatz Schanz
– Biker / Landesgartenschau
 
AG
– Haustechnik / Instandsetzung
– Garten / Wohnumfeld
– Kontakt zu Nachbarn
 
 
Wirtschaftsbetrieb
 
AG
– Bewirtschaftung / Genehmigungen
– Konsumqualität / Drogen
– Hygiene / Gesundheit

 
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